November 12, 2017

Angina, Scharlach, Halsweh, Streptokokken Tonsillitis, eitrige Mandeln: IST DAS ALLES DAS SELBE?

Hier herrscht ein RIESEN Chaos in vielen Eltern-Gehirnen!

Sicher habt ihr das Alles schon einmal gehört. Vielleicht haben eure Kinder schonmal so etwas durchgemacht. ABER: irgendwie wurde euch nichts richtig erklärt, oder?

Wir entwirren jetzt einfach mal das ganze Halbwissen.

Bei einer Mandelentzündung sind die Mandeln entzündet. Klingt logisch? Gut, dann legen wir mal los:

Was sind ‚Mandeln‘ ?

Es handelt sich um sogenannte ‚lymphatische Organe im Bereich der Mundhöhle/Rachen.– Mandeln gehören zum Immunsystem

– sie sind eine Ansammlung kleiner Lymphknötchen
– ihre Zellen: Lymphozyten. Ihre Aufgabe in der Immunabwehr: sie können ganz gezielt Krankheitserreger erkennen und beseitigen.
– Das heißt, Mandeln sind die erste Station des Körpers an dem Eindringlinge lokalisiert werden, hier wird eine sogenannte ‚Immunantwort‘ ausgelöst. Eine Immunantwort ist die Reaktion des Körpers auf ‚fremde‘  Substanzen/Organismen.

Mandelentzündung= Tonsillitis = Angina (bedeutet Enge)
Entzündung der Mandeln, sie kann durch Bakterien oder Viren bedingt sein. Fieber kann, muß aber nicht auftreten. Das Kind kann gut drauf oder wirklich krank sein. Manchmal tut den Kindern das Schlucken leicht weh, manchmal sind die Schluckbeschwerden so stark, daß die Kinder nichts zu sich nehmen können.  Fazit: ‚Mandelentzündung‘ bezeichnet nur eine Entzündung der Mandeln, unabhängig von dem ganzen ‚Drumherum‘ (Fieber, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen….) .

Sind Mandelentzündungen ansteckend?

Jeder Infekt ist ansteckend, also auch der, der die Mandelentzündung auslöst. Wenn wir von ‚Ansteckung‘ sprechen, meinen wir, dass das Virus oder das Bakterium durch z.B. Spucke auf einen anderen Menschen übertragen werden kann. Manche werden davon nicht einmal krank und können trotzdem den Virus/Bakterium auf eine weitere Person übertragen. Andere wiederum entwickeln auch eine Mandelentzündung. Der Erreger/ die Infektion kann aber auch Beschwerden an einer anderen Stelle auslösen (z.B. einen Schnupfen, einen Husten, Ohrenschmerzen usw.)

Woher kommt die Mandelentzündung?

Wie bereits erwähnt: Ursache hierfür sind meistens Viren, aber auch bakterielle Mandelentzündungen kommen vor.
Es lohnt sich bei der großen Anzahl der Viren gar nicht wirklich zu wissen, welcher Virus nun an dem ganzen Elend Schuld ist! Es lohnt sich vor Allem deshalb nicht, weil wir eine virusbedingte Mandelentzündung aussitzen müssen. Es hilft uns also gar nichts, zu wissen, wer bei einem Virusinfekt nun der Täter ist. Denn: wir warten, bis unser Körper den Virus bekämpft hat.
Bei der durch Bakterien bedingten Mandelentzündung ist es anders. Meistens (aber nicht immer) sind hier Streptokokken die Verursacher.

Kann mein Kind häufiger an einer Mandelentzündung erkranken?

JA! Es kann vorkommen, daß unsere Kinder häufiger an daran erkranken. Das Wiederholungsrisiko liegt sowohl für die virusbedingte als auch an für die bakterielle Mandelentzündung vor.
Die Bakterien (also auch die Streptokokken, die meistens ursächlich für eine eitrige Mandelentzündung und für Scharlach sind) können sich ‚körperlich‘ verändern – mit jeder dieser Veränderungen wird der Erreger dann vom Körper wieder als ‚fremd‘ erkannt und damit bekämpft.

Wird jeder, der einen Virus oder ein Bakterium im Hals sitzen hat, krank?

Es ist wichtig zu wissen, dass auch gesunde Kinder Viren und Bakterien im ihrem Hals wohnen haben. Sie gehören sozusagen zum Haushalt (Mundflora) dazu und verursachen keine Beschwerden. Manchmal jedoch können diese sonst ruhigen Mitbewohner unangenehm werden und doch eine Krankheit im Hals auslösen. Warum das so ist, weiß man nicht genau.

Wie stellt der Kinderarzt die Diagnose einer Mandelentzündung?

Wenn euer Kind zum Kinderarzt geht, dann gibt es zur Diagnosestellung mehrere Möglichkeiten, die einzeln oder auch gemeinsam eine Diagnose ermöglichen. Eine richtige Therapie kann man nur dann finden, wenn man eine ordentliche Diagnose gestellt hat. Wichtig: alle Punkte (1-4) können sich innerhalb von Stunden ändern, sodass es vor Allem bei einem Kind mit reduziertem Allgemeinzustand sinnvoll sein kann, die Punkte 1-4 nochmals zu einem weiteren Zeitpunkt durchzugehen.

  1. Mandeln: gibt es Beläge und wenn ja, wie sehen sie aus?
  2. Krankheitsgeschichte: welche Symptome traten in welcher Reihenfolge auf? Kann euer Kind noch essen und trinken?
  3. Abstrich: in der Kinderarztpraxis finden meist sogenannte Streptokokken-Abstriche Anwendung. Hier wird mit einem Wattestäbchen an der Oberfläche der Mandeln und der Gaumenbögen gerieben und damit versucht, mögliche Streptokokken mit dem Wattebausch einzufangen. Diesen Bausch gibt man in eine Flüssigkeit und die ‚infizierte Flüssigkeit‘ wiederum auf den Schnelltest (so ähnlich wie ein Schwangerschaftstest), der uns anzeigt ob Streptokokken in der Lösung vorhanden sind oder nicht. Hier muss man beachten, daß v.a. im Frühstadium nicht immer gleich Streptokokken nachzuweisen sind und auch eine kleine Fehlerquote vorhanden ist, sodass man den Test im Zweifel wiederholen muss.
  4. Blutabnahme: im Blut kann man nach bestimmten Paramenten schauen, die sich bei einer bakteriellen und einer viralen Infektion verändern. Auch hier ist der Zeitpunkt der Blutentnahme wichtig. Nimmt man zu früh nach Beginn der Infektion Blut ab, kann es sein, daß man keine Veränderungen sehen kann.

Und nun weiter mit den Begrifflichkeiten!

Eitrige Mandelentzündung = bakterielle Mandelentzündung
Hier liegt eine durch Bakterien bedingte Mandelentzündung vor, man findet oft kleine eitrige Inseln auf den Mandeln. Diese Bakterien kommen meist aus der Familie der Streptokokken, die man wiederum durch einen Streptokokken-Abstrich (s.o) nachweisen kann. Wenn keine Streptokokken nachweisbar sind und es eurem Kind nicht gut geht, auch dann brauchen wir vielleicht ein Antibiotikum (wenn die Mandeln eitrig verändert und im Blut Hinweise für eine bakterielle Infektion zu sehen sind). Es ist wichtig zu unterschieden, ob die Streptokokken oder andere Bakterien die Mandelentzündung verursachen, denn : unterschiedliche Ursache, unterschiedliche Therapie. Und: je gezielter die Antibiotikum-Therapie ist, umso besser ist es für den Körper des Kindes!

Streptokokken-Angina=Streptokokken-Tonsillitis=Mandelentzündung durch Streptokokken
durch Streptokokken-Bakterien hervorgerufene Mandelentzündung.

Scharlach = typischer Scharlach-Ausschlag UND (!!!!!) Streptokokken-Tonsillitis 
Wichtig: Scharlach ist nicht das Gleiche wie eine Streptokokken-Mandelentzündung. Scharlach beinhaltet allerdings eine Streptokokken-Mandelentzündung. Da die Erreger der Scharlacherkankung die gleichen sind, wie bei der Streptokokken-Mandelentzündung, werden beide Krankheitsbilder mit dem gleichen Antibiotikum behandelt.

So, jetzt herrscht hoffentlich nicht noch MEHR WIRRWARR in euren Köpfen, dann hab ich nämlich irgendwas falsch gemacht :-).

Falls ihr noch allgemeine Fragen habt, könnt ihr mir diese gerne in den Kommentaren stellen!

Eure Dr. Mami

Zu: Hilfe, mein Kind hat Halsschmerzen,  kommt ihr –> hier!

 

In meinem Leben habe ich unvorstellbar viele Katastrophen erlitten. Die meisten davon sind nie eingetreten.

Mark Twain

Viel Spass beim Lesen!
Ich freue mich über einen KOmmentar von dir.

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  1. Nina Hayder sagt:

    Ich vermute, dass meine Tochter eine Mandelentzündung hat. Daher werde ich mit ihr zum HNO-Arzt gehen. Dank des Beitrags weiß ich nun, dass Angina und die Mandelentzündung das Gleiche sind.

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